Trauerbegleitung in München: Gruppen, Beratung und Anlaufstellen

Zwei Menschen mit Kaffeetassen im Gespräch

Von Felix Kolthoff, Geschäftsführer AVE Bestattungen · Stand: Oktober 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Trauercafé ist der niederschwelligste Einstieg: offener Treff, kein fester Kurs, kommen und gehen, wie es passt.
  • Trauergruppen laufen über mehrere Termine, Einzelbegleitung bietet Gespräche unter vier Augen. Beides bieten Hospizvereine in München, viele Angebote sind kostenfrei oder spendenbasiert.
  • Eine Überweisung oder Diagnose ist für Trauerbegleitung nicht nötig. Psychotherapie bei anhaltender Trauerstörung läuft über Hausärztin oder Terminservicestelle 116 117.
  • Im akuten Fall erreichen Sie den Krisendienst Psychiatrie Oberbayern unter 0800 655 3000 und die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111.

Wer in München Unterstützung in der Trauer sucht, findet ein dichtes, aber unübersichtliches Netz aus Hospizvereinen, kirchlichen Angeboten und freien Begleitern. Diese Liste sortiert die Anlaufstellen, die wir aus unserer Arbeit kennen und weiterempfehlen. Wir prüfen sie regelmäßig auf Aktualität.

Welche Form der Begleitung zu wem passt

Grob gibt es drei Formen. Das Trauercafé ist der niederschwelligste Einstieg: offener Treff, kein fester Kurs, kommen und gehen, wie es passt. Die Trauergruppe läuft über mehrere Termine mit festem Kreis und Begleitung, gut für alle, die Austausch mit Menschen in ähnlicher Lage suchen. Die Einzelbegleitung bietet geschützte Gespräche unter vier Augen, wenn eine Gruppe (noch) nicht passt.

Keine dieser Formen ist Therapie, und keine setzt eine Diagnose voraus. Es reicht der Wunsch, mit der Trauer nicht allein zu bleiben.

Trauergruppen in München

Der Christophorus Hospiz Verein (Effnerstraße 93, Bogenhausen) ist eine zentrale Adresse: Trauercafé, Einzelbegleitung und Trauergruppen. Einzelne Gruppen richten sich an bestimmte Zielgruppen, etwa an Menschen, die ihre Eltern verloren haben. Ein kurzer Anruf klärt, welches Angebot passt. Der Hospizverein Ramersdorf/Perlach bietet Gruppen, Trauerspaziergänge und ein Lebenscafé im Münchner Osten, der Hospizdienst DaSein Angebote im Westen und ein Trauernetz-Verzeichnis für die ganze Stadt.

Dazu kommen die kirchlichen Träger: Die Erzdiözese und die evangelischen Dekanate unterhalten Trauercafés in vielen Pfarreien, offen auch für Menschen ohne Kirchenbindung. Und mitten in der Stadt sitzt die Münchner Insel im Untergeschoss am Marienplatz, eine ökumenische Krisen- und Lebensberatung ohne Termin.

Wir sind für Sie da

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Einzelbegleitung und Beratung

Einzelbegleitung bieten die Hospizvereine kostenfrei durch geschulte Ehrenamtliche an, meist als Gesprächsreihe über einige Monate. Daneben arbeiten in München freie Trauerbegleiterinnen und Trauerbegleiter mit entsprechender Ausbildung gegen Honorar; seriöse Anbieter nennen ihre Qualifikation (etwa nach den Standards des Bundesverbands Trauerbegleitung) und vereinbaren ein unverbindliches Erstgespräch.

Für akute Momente, in denen es nicht bis zum nächsten Gruppentermin warten kann: der Krisendienst Psychiatrie Oberbayern unter 0800 655 3000, täglich und auch nachts erreichbar, und die Telefonseelsorge unter 0800 111 0 111.

Angebote für trauernde Kinder und Jugendliche

Kinder trauern anders als Erwachsene, in Schüben, zwischen Spiel und Schmerz, und sie brauchen eigene Räume. In München gibt es dafür zwei starke Adressen: Die Nicolaidis YoungWings Stiftung (Regerstraße 30) begleitet Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 27 nach dem Tod eines Elternteils sowie Erwachsene bis 49 nach dem Tod der Partnerin oder des Partners. Die AETAS Kinderstiftung begleitet Kinder und ihre Bezugspersonen nach belastenden Ereignissen im Großraum München.

Für Familien, die ein Kind verloren haben, sind die Verwaisten Eltern und trauernden Geschwister München e.V. die erste Anlaufstelle, mit Gruppen für Eltern und eigenen Angeboten für Geschwisterkinder.

Angebote nach Suizid und plötzlichem Verlust

Nach einem Suizid oder einem plötzlichen Tod trägt die Trauer oft zusätzliche Lasten: Fragen nach dem Warum, Schuldgefühle, Behördenkontakte. AGUS (Angehörige um Suizid) vermittelt Selbsthilfegruppen für Menschen, die dasselbe erlebt haben, mit Gruppensuche und Online-Angeboten; genau dieser Austausch wird von vielen als sehr entlastend beschrieben.

Was in den ersten Tagen nach einem plötzlichen Todesfall organisatorisch zu tun ist, steht in unserer Checkliste für den Todesfall. Zu Polizei und Staatsanwaltschaft beraten wir Sie gern persönlich.

Wann ist es Zeit, sich Unterstützung zu suchen?

Trauer hat keinen Zeitplan, und es gibt keinen Mindestabstand, ab dem Hilfe erlaubt ist. Sinnvoll ist ein Gespräch, wenn der Alltag über längere Zeit nicht mehr gelingt, wenn Schlaf, Appetit oder Arbeit stark leiden oder wenn Sie merken, dass Sie niemanden haben, mit dem Sie offen sprechen können. Sprechen Sie dann Ihre Hausärztin an oder besuchen Sie ein Trauercafé. Bei Gedanken, sich etwas anzutun, wählen Sie sofort den Krisendienst oder den Notruf 112.

Was Trauerbegleitung kostet

Die gute Nachricht zuerst: Die Angebote der Hospizvereine, die kirchlichen Trauercafés, die Münchner Insel, AGUS, die Verwaisten Eltern und die Angebote für Kinder sind nach unserer Kenntnis kostenfrei oder bitten um eine Spende; fragen Sie beim ersten Kontakt kurz nach. Freie Trauerbegleiter berechnen Honorare, üblich sind Stundensätze im zweistelligen bis unteren dreistelligen Bereich.

Psychotherapie bei anhaltender Trauerstörung ist Kassenleistung; der Weg führt über die Hausärztin oder die Terminservicestelle 116 117. Es muss also niemand aus Kostengründen allein bleiben.

Häufige Fragen

Brauche ich eine Überweisung für Trauerbegleitung?

Nein. Trauercafés, Gruppen und Einzelbegleitung der Hospizvereine stehen allen offen, ohne Überweisung, Diagnose oder Mitgliedschaft. Nur für eine Psychotherapie braucht es den üblichen Weg über Ärztin oder Therapeut.

Was ist der Unterschied zwischen Trauerbegleitung und Therapie?

Trauerbegleitung unterstützt einen normalen, gesunden Prozess: zuhören, sortieren, Austausch. Psychotherapie behandelt eine Erkrankung, etwa eine anhaltende Trauerstörung oder Depression. Begleiter erkennen in der Regel, wenn mehr nötig ist, und verweisen weiter.

Gibt es kostenlose Angebote in München?

Ja, die meisten: Hospizvereine, kirchliche Trauercafés, Münchner Insel, AGUS, Verwaiste Eltern sowie die Kinderangebote von YoungWings und AETAS arbeiten kostenfrei oder auf Spendenbasis.

Wie schnell bekomme ich einen Platz in einer Gruppe?

Trauercafés stehen sofort offen, feste Gruppen starten in Zyklen, sodass Wartezeiten von einigen Wochen vorkommen. Für die Zeit dazwischen helfen Einzelgespräche oder das offene Café; im akuten Fall der Krisendienst 0800 655 3000.

Lieber in Ruhe vorsorgen?

Mit einer Bestattungsvorsorge legen Sie heute fest, was Ihnen wichtig ist, und entlasten Ihre Angehörigen.

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Felix Kolthoff

Geschäftsführer von AVE Bestattungen München. Wir sind seit 2012 in München tätig und begleiten Familien von der ersten Beratung bis zur Beisetzung. Fragen zu diesem Beitrag? Rufen Sie uns an unter 089 / 741 203 07.

Inhalt

AVE Bestattungen ist auf Beisetzungen und Abholungen 
in München und Umgebung spezialisiert

Wir sind im Trauerfall erreichbar und stehen mit sofortigem Rat und Tat zur Seite.

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