Das Wichtigste in Kürze
- Der Leichenschmaus ist freiwillig. Üblich sind anderthalb bis drei Stunden ohne festes Programm, direkt im Anschluss an die Beisetzung.
- Richtwerte in München pro Person: Kaffee und Kuchen etwa 10 bis 15 Euro, Brotzeit oder einfaches Essen mit Getränken 25 bis 40 Euro, Menü oder Buffet im Gasthaus darüber.
- Faustwert für die Planung: Es kommt etwa die Hälfte bis zwei Drittel der Trauergäste mit.
- Steuerlich: Die Bewirtung der Trauergäste ist bei der Einkommensteuer keine außergewöhnliche Belastung. Bei der Erbschaftsteuer gilt seit 1. Januar 2025 ein Erbfallkosten-Pauschbetrag von 15.000 Euro ohne Einzelnachweis.
Der Name klingt aus der Zeit gefallen, das Bedürfnis dahinter ist es nicht: Nach der Beisetzung noch einmal zusammensitzen, etwas essen, sich erinnern, auch lachen dürfen. Der Leichenschmaus, in Bayern oft schlicht Trauerkaffee oder Beisammensein genannt, ist für viele Familien der Moment, in dem die Anspannung des Tages abfällt. Wie Sie ihn organisieren, was er kostet und wie Sie das passende Lokal in der Nähe des Friedhofs finden, lesen Sie hier.
Wozu der Leichenschmaus gut ist
Die Trauerfeier gehört der verstorbenen Person, der Leichenschmaus gehört den Lebenden. Hier werden die Geschichten erzählt, die in der Halle keinen Platz hatten, hier begegnen sich Verwandte, die sich Jahre nicht gesehen haben, und hier zeigt sich fast immer: Gemeinsames Essen löst, was Worte nicht schaffen. Familien, die aus Kostengründen zögern, sagen wir ehrlich: Lieber eine einfache Brotzeit im kleinen Kreis als gar kein Beisammensein, der Rahmen darf bescheiden sein, der Moment ist es nie.
Ablauf und Dauer: was üblich ist
Man geht direkt von der Beisetzung ins Lokal, zu Fuß, wenn es nah liegt, sonst mit Hinweis auf Parkplätze in der Anzeige oder auf der Karte am Kondolenztisch. Üblich sind anderthalb bis drei Stunden ohne festes Programm. Ein kurzes Dankeswort der Familie zu Beginn genügt, manche heben das Glas auf die verstorbene Person, manche legen ein Foto auf den Tisch. Mehr Regie braucht es nicht, der Rest ergibt sich, und das Lokal kennt solche Anlässe.
Was kostet der Leichenschmaus pro Person?
In München sollten Sie realistisch rechnen: Kaffee und Kuchen ab etwa 10 bis 15 Euro pro Person, eine Brotzeit oder ein einfaches Essen mit Getränken 25 bis 40 Euro, ein Menü oder Buffet im Gasthaus darüber. Bei 40 Gästen liegt ein solides Beisammensein damit schnell im vierstelligen Bereich, ein Posten, den man bei der Bestattungsplanung von Anfang an mitdenken sollte. Sparen lässt sich ehrlich: mit der Kaffeetafel statt warmem Essen, mit dem Pfarrsaal oder Vereinsheim statt Restaurant, mit selbst gebackenem Kuchen, den ohnehin oft jemand aus der Familie beisteuern möchte.
| Rahmen | Richtwert pro Person |
|---|---|
| Kaffee und Kuchen | 10 bis 15 Euro |
| Brotzeit oder einfaches Essen mit Getränken | 25 bis 40 Euro |
| Menü oder Buffet im Gasthaus | ab etwa 40 Euro |
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Das Lokal in Friedhofsnähe finden
Rund um die großen Münchner Friedhöfe hat sich eine eigene Gasthaus-Kultur für Trauergesellschaften entwickelt: Häuser, die Nebenzimmer haben, mit Kranzablage und gedeckter Tafel umgehen können und wissen, dass eine Trauergesellschaft keine Geburtstagsrunde ist. Worauf Sie achten sollten: ein eigener Raum oder abgetrennter Bereich, eine verbindliche Ansprechperson im Haus, ein einfaches Angebot zum Festpreis pro Person und kurze Wege für ältere Gäste. Wir arbeiten seit Jahren mit bewährten Lokalen an den jeweiligen Friedhöfen zusammen und nennen Ihnen auf Anfrage gern zwei, drei passende Häuser für Ihren Friedhof, inklusive der ehrlichen Einschätzung, wer gerade verlässlich ist.
Reservierung und Absprache: woran denken?
Reserviert wird, sobald der Beisetzungstermin steht, bei beliebten Häusern ist das der knappste Punkt der ganzen Planung. Klären Sie: Personenzahl mit Toleranz nach oben und unten, Festpreis pro Person, Getränkeregelung, Beginn (rechnen Sie vom Beisetzungsende plus Fußweg), Raum für Kinderwagen und Rollatoren. Und geben Sie dem Lokal eine Telefonnummer aus der Familie für den Tag selbst. Auf Wunsch übernehmen wir die komplette Absprache, das ist ein Anruf mehr für uns und eine Sorge weniger für Sie.
Alternativen: Kaffeetafel, Zuhause, Vereinsheim
Nicht jede Familie will ins Gasthaus. Das Beisammensein zuhause hat eine eigene Wärme, verlangt aber jemanden, der an diesem Tag Gastgeber sein kann, unterschätzen Sie das nicht. Pfarrsäle und Vereinsheime sind die unaufgeregte Mitte: günstig, vertraut, oft fußläufig zum Friedhof, Catering dazu lässt sich einfach organisieren. Und für den kleinsten Kreis tut es manchmal das Café um die Ecke, zwei Tische zusammengeschoben, mehr braucht Erinnerung nicht.
Häufige Fragen zum Leichenschmaus
Wer lädt zum Leichenschmaus ein und wer zahlt?
Traditionell lädt die engste Familie ein und trägt die Kosten. Steuerlich lohnt ein genauer Blick: Die Bewirtung der Trauergäste erkennt das Finanzamt bei der Einkommensteuer nicht als außergewöhnliche Belastung an, sie zählt zur allgemeinen Lebenshaltung. Bei der Erbschaftsteuer wird dagegen seit dem 1. Januar 2025 ein Erbfallkosten-Pauschbetrag von 15.000 Euro ohne Einzelnachweis abgezogen, davor waren es 10.300 Euro. Wir haben das im Beitrag Bestattungskosten steuerlich absetzen ausführlicher aufgeschrieben. Eingeladen wird meist mündlich am Ende der Trauerfeier oder über eine Zeile in der Traueranzeige.
Wie viele Gäste kommen üblicherweise mit?
Als Faustwert aus der Münchner Praxis: die Hälfte bis zwei Drittel der Trauergäste. Sicherer wird die Zahl mit einer Zeile in der Anzeige wie „Um Anmeldung zum anschließenden Beisammensein wird gebeten“, das erlaubt dem Lokal eine ehrliche Planung.
Muss es einen Leichenschmaus geben?
Nein. Er ist ein Angebot, kein Pflichtprogramm. Manche Familien möchten nach der Beisetzung bewusst allein sein, andere laden nur den engsten Kreis zum Kaffee nach Hause. Beides ist würdevoll, entscheidend ist, was Sie tragen können.
Was ist üblich: Kuchen oder warmes Essen?
In München ist beides zuhause: die klassische Kaffeetafel mit Kuchen und belegten Broten ebenso wie das warme Essen, oft als einfaches Menü oder Buffet. Bewährt hat sich, die Uhrzeit entscheiden zu lassen: vormittags Beisetzung, dann Mittagessen; nachmittags Beisetzung, dann Kaffeetafel.
Weiterführend: Was tun im Todesfall? Die Checkliste für München
Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick. Preise und Angebote der Lokale ändern sich, fragen Sie im Zweifel direkt im Haus nach.
Erstellt von Felix Kolthoff, Geschäftsführer AVE Bestattungen München. Zuletzt aktualisiert: August 2026.
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